Wachstum trotz Hindernissen
       - die wechselvolle Geschichte des Reiterhofes -

Der Bauernhof Seifert in Obercrinitz wurde 1823 von Johann Seifert aus Röthenbach erworben. Sein Sohn Kristian Seifert, führte den Hof weiter und betätigte sich vor allem noch mit mühsamen Rodungen auf dem Crinitzberger Granitboden.

Dessen Sohn Reinhardt Seifert übernahm den Betrieb, baute 1910 ein neues geräumiges Stallgebäude und gründete einen Pferdehandel mit Fuhrbetrieb. Leider wurden 1914 fast alle Pferde von der Reichsregierung für den Krieg eingezogen….damit wurde dem Betrieb quasi die Geschäftsgrundlage entzogen…

1923 während der Inflationszeit übernahm Kurt Seifert den Bauernhof von seinem Vater Reinhardt. Der Hof hatte zu diesem Zeitpunkt nur noch 4 Kühe und 2 Pferde. 1 Kuh musste für die Notar Überschreibungskosten verkauft werden. Unter Kurt Seifert ging es mit dem Bauernhof wieder bergauf. Kurt baute 1927 eine neue Scheune, gestaltete den „Seiferts Grund“ um, vor allem mit großflächigen Drainagen und Verlegung der Wasserführung des Baches im Grund. Er gab dem „Seiferts Grund“ sein heutiges Bild.

Als der 2. Weltkrieg ausbrach wurde der Hof durch die Einschränkungen des Krieges wieder schwer geschädigt. Kurt Seifert und sein Sohn Manfred wurden in den Krieg eingezogen, nur der damals 14-jährige Max Seifert verblieb als einziger männlicher Vertreter für die schwere Arbeit am Hof. 1946 kehrte Kurt Seifert schwer gezeichnet aus russischer Kriegsgefangenschaft in Sibirien zurück. Durch die Zerstörungen des zweiten Weltkrieges und durch die russische Besatzung blieb die private ostdeutsche Landwirtschaft in der Entwicklung weit zurück. Das staatlich festgeschriebene Abgabesoll für die Bauern nach dem II. Weltkrieg, war auf den mageren Böden in Obercrinitz kaum zu schaffen.

So übernahm Max Seifert 1958 den Bauernhof von seinem Vater Kurt. Wieder musste eine Generation überdurchschnittlich viel Aufbauarbeit leisten. Diese wurde 1969 mit dem erzwungenen Eintritt von Max Seifert in die LPG zunichte gemacht. Die letzten Kühe wurden vom Bauernhof Seifert 1984 durch die LPG abgezogen. Es verblieb nur noch eine kleine private Mastrindhaltung der Seiferts-Familie am Hof.

Mit der Wende 1989 wurde von der Familie Seifert eine neue Perspektive für die Wiederbelebung des Bauernhofs gesucht. 1990 wurde dann der Reiterhof Seifert von Christian Seifert gegründet. Seither sind Pferde wieder im Fokus des Betriebes. Wieder musste eine enorme Aufbauarbeit geleistet werden. In dieser Aufbauarbeit des Reiterhofes in den 90-iger Jahren sind vor allem zu nennen: Max und Hanna Seifert, Christian, Sabine, Marianne und Carl Seifert. Der Reiterhof wurde Zug um Zug aus der alten Hofstelle ausgesiedelt. 1993 wurde der Reitplatz planiert, 1997 das Erste Gebäude errichtet, 1998 der Stall gebaut, 2000 die Ausläufe komplettiert und der Kraftfutterautomat + Heufressraum angeschafft.

Eine sehr tragische Zäsur ist der Tod von Sabine Seifert 2005. Der Betrieb wurde danach 1 Jahr lang verpachtet.

2007 heiratete Christian Seifert Aurelia Seifert-Kunze und es begann damit auch eine neue Ära am Reiterhof Seifert mit Nina, Hanna und Lea Kunze.

2009 wurde der neue SwingGround Reitplatzboden in Betrieb genommen. September 2011 wurde mit dem Reithallenbau begonnen und ab Februar 2012 konnte das Dressurviereck in der Reithalle genutzt werden ….viele fleißige Helfer haben bei diesem Bau mitgewirkt und Gott gab das Gelingen. Hinzu kamen in den nächsten Jahren, Auslauferweiterung, neue Sattelkammern, neuer Sanitärbereich, Reiterstube, neue Fressautomaten für Heu und Stroh, Extraheuareal, Mistgebäude, Stallerweiterung, Kinderspielplatz, Paddocktrail, neuer Anbindeplatz etc.

Kein Jahr in dem nicht etwas Neues entstanden ist.